Ausgangslage, was ich gesucht habe
Es war einer dieser Abende, an denen man irgendwann mit Kaffee und Taschenrechner am Küchentisch sitzt und sich fragt, was eigentlich mit dem Geld passieren soll, das nach Steuern noch übrig ist. Ich bin kein Profi-Anleger. Ich bin jemand, der gut verdient, eine ordentliche Steuerlast hat und langsam das Gefühl bekommt, dass „nur liegen lassen" auch eine Entscheidung ist, nur eine schlechte.
Photovoltaik klang für mich vernünftig. Etwas, das man anfassen kann. Ein Solarpark, der irgendwo in der Sonne steht und Strom produziert, während ich schlafe. Dazu die steuerlichen Effekte, von denen alle reden, IAB, Sonder-AfA, dieser ganze Werkzeugkasten. Was ich wollte, war jemand, der mir ehrlich sagt, ob das in meiner Situation Sinn ergibt. Und vor allem: jemand, der mir zwei oder drei verschiedene Wege zeigt, nicht direkt einen fertigen Vertrag.
Das Angebot von Ohana Invest

Über die Seite direkt.ohana-invest.de bin ich bei Ohana Invest gelandet. Die Seite ist hübsch gemacht, ehrlich. Solarparks ab 200.000 Euro, EEG-Vergütung über 20 Jahre, Batteriespeicher, Sonderabschreibung, dazu dieses gefühlvolle Wort „OHANA Prinzip", das einem das Gefühl gibt, gleich beim hawaiianischen Familienessen zu sitzen statt bei einem Finanzdienstleister.
Das Erstgespräch war angenehm. Wirklich. Niemand hat mich bedrängt, niemand hat mit Renditen jongliert. Es wurde ruhig gefragt, gut zugehört, an den passenden Stellen mit dem Kopf genickt. Genau das, was man sich wünscht, wenn man über eine sechsstellige Summe nachdenkt. Ich bin aus diesem Gespräch herausgegangen und dachte: okay, das fühlt sich an wie jemand, der wirklich versteht, was ich brauche.
Bis es konkret wurde.
Der Verweis auf PARQ Energy

Im zweiten Gespräch fiel sehr schnell ein Name, und zwar nur dieser eine: PARQ Energy. Kein „wir haben verglichen", kein „in Ihrer Situation kämen folgende Anbieter in Frage", nichts dergleichen. Sondern sinngemäß: „Das passt am besten zu Ihren Bedürfnissen." Punkt.
Ich habe in dem Moment freundlich genickt. Innerlich kam aber dieses leise Geräusch, das jeder kennt, der schon mal ein Auto gekauft hat: dieser Sekundenbruchteil, in dem man merkt, dass die Antwort schon fertig war, bevor man die Frage gestellt hat. Ich habe später nachgefragt, im Bekanntenkreis, in zwei Foren, in einer Steuerberater-Runde. Und überall dasselbe Bild: wer bei Ohana Invest anfragt, landet am Ende bei PARQ Energy. Nicht „auch mal", sondern offenbar immer.
Ich kann von außen nicht beweisen, wie die beiden Unternehmen vertraglich miteinander verbunden sind, und ich werde auch nicht so tun, als hätte ich Provisionsabrechnungen gesehen. Was ich beschreiben kann, ist genau dieses Muster: eine Beratung, die sich offen anfühlt, am Ende aber immer denselben Endpunkt hat. Wenn das Zufall ist, dann ein sehr zuverlässiger.
„Am besten zu Ihren Bedürfnissen" klingt nach einer Empfehlung. Wenn am Ende aber immer derselbe Anbieter dasteht, ist es keine mehr.
Warum mich das stört

Ich habe nichts gegen Vertrieb. Vertrieb ist ein ehrlicher Beruf, solange er sich so nennt. Was mich wirklich gewurmt hat, war diese feine Verschiebung: man sitzt in einem Gespräch, das nach Beratung klingt, nach Augenhöhe, nach „lassen Sie uns das gemeinsam anschauen", und merkt erst hinterher, dass man die ganze Zeit in einem sehr gut gemachten Verkaufsraum saß.
Und das tut bei einer Summe ab 200.000 Euro eben besonders weh. Bei einem Toaster könnte ich darüber lachen. Bei einem Investment, das über zwanzig Jahre läuft und in dem ein erheblicher Teil meiner Steuerstrategie steckt, nicht mehr. Da geht es nicht darum, ob PARQ Energy am Ende ein gutes Produkt ist, das kann es durchaus sein, ich habe es nicht abgeschlossen und kann es nicht beurteilen. Es geht darum, dass mir die Wahl genommen wurde, ohne dass mir jemand gesagt hat, dass sie genommen wird.
Ein „OHANA Prinzip", das den Kunden in den Mittelpunkt stellt, müsste aus meiner Sicht im ersten Satz erklären, an welche Anbieter es überhaupt vermitteln kann. Stattdessen kommt der entscheidende Punkt erst, wenn alle schon Tee getrunken haben.
Was ich beim nächsten Mal anders machen würde
Ein paar Dinge nehme ich mit. Nicht als Belehrung, sondern als das, was ich mir selbst beim nächsten Mal auf einen Zettel schreiben würde, bevor ich irgendwo zum Gespräch hingehe.
- 01Im ersten Satz fragen, im wirklich ersten: „An welche Anbieter sind Sie gebunden, und welche prüfen Sie für mich konkret?" Wer ausweicht, hat schon geantwortet.
- 02Schriftlich, nicht mündlich. Mir aufschreiben lassen, wie viele Anbieter geprüft wurden und nach welchen Kriterien. Ein ehrlicher Berater macht das in zwei Minuten.
- 03Niemals nur ein Angebot. Bei sechsstelligen Summen ist ein unabhängiges Zweitangebot keine Übervorsicht, sondern das absolute Minimum.
- 04Den Namen des Vermittlers googeln, zusammen mit dem Namen des empfohlenen Anbieters. Wenn diese Kombination zu oft auftaucht, ist das eine Antwort.
- 05Den eigenen Steuerberater dazwischenschalten, bevor irgendwo unterschrieben wird. IAB und Sonder-AfA klingen großartig, greifen aber nur in bestimmten Konstellationen, und genau das prüft am besten jemand, der dafür bezahlt wird, kritisch zu sein.
Fazit
Ich werfe weder Ohana Invest noch PARQ Energy etwas vor, das ich nicht selbst erlebt habe. Aber ich finde es legitim, und ehrlich gesagt auch notwendig, öffentlich zu erzählen, wie sich diese Gespräche aus meiner Perspektive angefühlt haben. Nicht laut, nicht empört, einfach nüchtern.
Am Ende bleibt für mich ein einfacher Satz: wer Beratung verkauft, sollte Beratung liefern. Und wer vermittelt, sollte das im ersten Satz sagen, nicht im Kleingedruckten. Ich hätte mich darauf einlassen können, wenn man es mir so gesagt hätte. Was bleibt, ist nicht das Produkt, sondern das Gefühl, dass jemand nicht ganz ehrlich war, obwohl er sehr nett dabei war.
Hinweis der Redaktion
Dieser Beitrag schildert ausschließlich meine persönliche Erfahrung und Einschätzung als Verbraucher. Aussagen über Geschäftsbeziehungen zwischen Ohana Invest und PARQ Energy beruhen auf meinem Eindruck und Gesprächen mit Dritten, nicht auf einer rechtlichen Prüfung. Stand: Juni 2026. Quellen unter anderem: direkt.ohana-invest.de.